Mittwoch, 22. Oktober 2014

Soll ich oder soll ich nicht?

Urlaub vorbei, Alltag regiert wieder.

Seit 1,5 Wochen hat mich das Arbeitsleben wieder. Ich hätte durchaus noch länger urlauben können, aber die ersten Arbeitstage waren nicht so schlimm wie befürchtet. Ich wurde von meiner Chefin so lieb empfangen, dass ich insgeheim nach der versteckten Kamera Ausschau gehalten habe. Sie hat sich ganz herzlich und ausführlich für meine tolle Arbeit bedankt und mich eine große Bereicherung für das Büro genannt. Das hat mich ehrlich sehr gefreut. Vor allem, weil das erste Jahr in diesem Job so hart war, dass ich ständig hinschmeißen wollte. Ende Februar diesen Jahres war ich noch fest entschlossen, meinen Arbeitsvertrag einfach auslaufen zu lassen, weil ich mich so wenig wertgeschätzt gefühlt habe und dachte, dass der Stress in keiner Relation zum Gehalt steht. Ich verdiene dort nicht wenig, aber ich habe mit dem Job und dem Arbeitsklima so sehr gehadert.

Seit März hat sich einiges verbessert und seit ca drei Monaten ist es nun so, wie es schon die ganze Zeit hätte sein sollen. Wir haben einen wirklich freundlichen und respektvollen Umgang miteinander, ich fahre nur noch drei Mal in der Woche die 40km einfache Strecke, ich schaffe in der Zeit aber unheimlich viel weg, was von meiner Chefin und den Kollegen gesehen und anerkannt wird. Ich fühle mich mit den Menschen wohl, obwohl es schwierige Charaktäre sind. Also eigentlich bin ich mit den Umständen gerade sehr zufrieden. Die Nachteile sind die hohen Fahrtkosten, der lange Montag (mindestens 10 Stunden, was aber nicht regulierbar ist und nichts mit meiner Teilzeit zu tun hat), schwierige Urlaubsplanung (im Prinzip nie um Feiertage herum möglich wie z.B. zwischen Weihnachten und Neujahr, wobei sich das in letzter Zeit gebessert hat), viel Chaos im Büro (Unordnung, wenig Raum und zeitweise zu viele Menschen, phasenweise bin ich aber auch komplett alleine) hohe Verantwortung für sehr viel Bargeld und Buchhaltung, aktuell keine Perspektive mich zu steigern. Mein Gehalt ist für Teilzeit gut, für das, was ich leiste, aber nur ok.

Nun habe ich ein Angebot von einer anderen Firma bekommen. Ich würde vermutlich fünf Wochenstunden weniger arbeiten, hätte einen Arbeitsweg von unter 5km einfache Strecke, zeitliche Flexibilität zu Ferienzeiten wäre gewährleistet, ein sehr schönes Büro und nette Chefs (zumindest soweit ich das beurteilen kann). Aufgabentechnisch ist es erstmal ein Rückschritt (Backoffice) und nicht so spannend wie mein jetziger Job, dafür aber sicher auch nicht so anstrengend, allerdings mit Perspektive auf berufsbegleitendes Fernstudium/Fortbildung in einem ganz neuen Feld. Über Geld haben wir noch nicht gesprochen, ich denke aber, dass wir uns einigen können. Allerdings wäre es für mich keine Option, wenn unter´m Strich nicht das Gleiche übrig bliebe wie jetzt.

Die eigentliche Frage lautet: Soll ich meinen Job, der sich gerade endlich gut anfühlt, der nicht perfekt, aber vollkommen ok ist, für etwas Neues aufgeben?

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