Mittwoch, 8. Oktober 2014

Self Retreat

Da wir in diesen kurzen Ferien nicht wegfahren und der Mann ohnehin keinen Urlaub hat, habe ich überlegt, wie ich die Zeit dennoch am besten nutzen kann, um mich zu erholen. Einfach Faulenzen, Lesen und Rumliegen ist ja gut und schön, aber das hatte ich quasi schon am Sonntagabend satt. Das Kind möchte viel mit seinen Freunden unternehmen und mit zunehmendem Alter immer weniger mit seinen Eltern, so dass ich unweigerlich in den Genuss von Freizeit komme. Meist ziehen die Ferien trotzdem wie im Zeitraffer an mir vorbei und kaum hat der Urlaub begonnen, ist er auch schon wieder vorbei. Das frustriert mich und wenn es wieder an die Arbeit geht, fühle ich mich nicht erholt und demotiviert.

Beim Grübeln über meinen Ferienzeitvertreib kam mir als erstes in den Sinn, dass ich liebend gerne die Yoga-Reise meiner Yoga-Lehrerin mitgemacht hätte. Warum ich gerne mitgefahren wäre? Weil ich mich nach innerem Gleichgewicht, Entspannung und und einer Wohltat für meinen Körper gesehnt habe. Das ging aus kinderbetreuungstechnischen und finanziellen Gründen nicht. Dennoch wollte ich eine Möglichkeit finden, wie ich meinem Körper und meinem inneren Gleichgewicht ein bisschen auf die Sprünge helfen kann.

Nun habe ich täglichen Sport auf meinen Urlaubsplan geschrieben und meine Ernährung testweise etwas umgestellt. Seit ein paar Monaten plagen mich drei Extra-Kilo, die ich gerne wieder verabschieden möchte. Das klingt nicht viel, aber auf mein Wohlbefinden wirkt es sich aus. Außerdem zog es in mich in letzter Zeit mehr zu deftiger Nahrung (Belohnung?) als zu Gemüse und Obst. In der Alltagshektik habe ich oft das Problem, mich gesund zu ernähren. Meist fällt das Frühstück aus, zu Mittag wird schnell im Büro irgendwas während der Arbeit reingeschaufelt und abends möchte ich dann was Leckeres essen. Meist hängt dann der Magen schon so in den Knien, dass es davon auch viel sein muss. Der Wunsch nach einer Ernährungsumstellung rührt nicht allein aus der Zahl auf der Waage, sondern viel mehr aus dem Bedürfnis nach vollwertiger Nahrung und danach, dem Essen und Zubereiten der Speisen wieder mehr Zeit zu widmen. Also habe ich diese Woche jeden Morgen Porridge mit Obst gefrühstückt, mittags Kohlenhydrate und Gemüse nach Lust und Laune gegessen und abends auf Kohlenhydrate verzichtet. Der Vorteil ist spürbar. Ich habe deutlich mehr Obst und Gemüse gegessen, als ich es sonst getan hätte. Ich habe bisher komplett auf Fleisch verzichtet und auch keinen Alkohol getrunken (Kohlenhydrate am Abend...). Zudem war ich täglich beim Sport. Montag nur ein Stündchen Kurs, gestern zwei, weil ich beide so mochte und heute werde ich eine Tai Bo Stunde mitmachen. Ich fühle mich fit und ausgeruht und kein bisschen hungrig. Allerdings zeigt die Waage schon 1,8 Kilo weniger an. Schön, das freut mich.

Da das Ganze keine Abnehmkur sein soll, sondern ich ganzheitlich profitieren möchte, versuche ich, mir schöne Oasen zu schaffen. Mich nachmittags mit Buch und Tee auf´s Sofa zu setzen. Mit Freunden zu telefonieren, die ich schon lange nicht gesprochen habe, weil ich im Arbeitsalltag abends einfach keine Lust mehr habe zu reden. Viel mit meinem Kind zu spielen, mir ein Räucherstäbchen anzuzünden und einfach zu entspannen.

Heute war ich mit dem Kind und drei Freunden in einem Spaßbad mit angrenzender Saunalandschaft. Wir haben schön getobt, sind gerutscht und haben uns im Wellenbad treiben lassen. Aber die Jungs sind auch schon alt genug, dass ich sie für 45 Minuten allein lassen konnte und in der Zeit habe ich mir einen schönen Saunagang gegönnt. Das war für uns alle ein toller Tag.

Schade, dass die Zeit trotzdem so schnell vergeht und heute schon Mittwoch ist. Ich habe dennoch jeden Tag genossen und bin gespannt, was der morgige so bringt.

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