Dienstag, 19. Oktober 2010

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Alles Gute zum Geburtstag, Papa. Ich hoffe es geht dir gut, da wo du bist.

Herbstferien

... sind schon was Feines.

Der Mann muss arbeiten und so haben der kleine Mensch und ich seit gestern die Zeit und Ruhe, die Tage in unserem ganz eigenen Rhythmus zu bestreiten. Das Wetter ist richtig schön herbstlich, wechselhaft, regnerisch und kalt, so dass wir gar nicht erst auf den Gedanken kommen, uns unnötig vor die Tür zu wagen. Ein leichter Schnupfen und ein Ziepen in den Hälsern rechtfertigen das, bis in den späten Nachmittag reichende, Rumgegammel in Schlafanzügen, dicken Socken und unter Kuscheldecken.

Am Abend kochen wir lecker und essen mit dem Papa zu Abend, danach schauen wir den kleinen Nick auf Kika an. Nach dem Zubettgehen und dem Vorlesen liest das Schnuffelchen zur Zeit ganz alleine sein erstes Buch (Der kleine Drache Kokosnuss und das Geheimnis der Mumie). Uns geht das Herz auf, wenn das Kerlchen ganz aufgeregt die besonders lustigen oder spannenden Stellen (also jede 2. Zeile) laut vorliest.

Nach dem morgendlichen Getrödel und dem Frühstück haben wir jeder für sich etwas aufgeräumt, eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt, mit der Oma noch einen schnellen Tee getrunken und uns dann auf den Weg zu einem Schulfreund gemacht. Jetzt gerade bin ich alleine zu Hause und habe bis heute Abend Zeit für mich, habe mir eine Kanne Tee gekocht, zwei ungelesene Bücher aus dem Fundus ausgesucht, mich auf´s Sofa gefläzt, wo mir die Herbstsonne durch das Fenster die Beine wärmt und werde lesen, im Stillen sitzen und Gedanken kreisen lassen, mich auf den Abend freuen und das Nichtstun genießen.

Montag, 11. Oktober 2010

Sisyphus

Oder Sisyphos? Keine Ahnung, jedenfalls fühle ich mich wie ebensolcher, nur dass ich statt Felsbrocken Berge hochzuschieben in Löcher plumpse und wieder hinaus klettere, plumpse und klettere, plumpse und klettere, plumpse...plumps. Heute sitze ich wieder hier, ist ja auch irgendwie ganz gemütlich, da alt bekannt und vorhersehbar. Der Blick nach links und rechts lohnt sich nicht, da ich schon weiß, was es zu sehen gibt.

Hätte mir jemand im Vorfeld gesagt, wie wichtig und entscheidend sich die Berufswahl, die (Nicht-)Erfüllung auf das Wohlbefinden auswirkt, ich hätte ihm einen Vogel gezeigt. Familie ist doch das Wichtigste, Gesundheit und Glück, die Freude am Leben und vor allem an dem, was man hat. Genügsamkeit und Besonnenheit auf das Gute, das man hat, auf die schönen und wichtigen Dinge. Klingt so herrlich in der Theorie und ist in der Praxis wirklich so harte Arbeit.

Ich bin kein unglücklicher Mensch, ich bin unzufrieden, ruhelos. Mir fehlt etwas Entscheidendes um gelassen zu sein und meinen Alltag zu genießen. Nicht, dass ich nicht genießen kann. Ich genieße mein Kind, die Sonne, den Plausch mit der Kollegin, das Stück Kuchen am Nachmittag, den Sport etc, aber immer nur kurzweilig, sobald ich zur Ruhe komme, fängt mein Kopf das Rattern an und rattert und rattert und rattert - nur das Ergebnis bleibt aus. Und das frustriert, wenn man gewohnt ist, Ergebnisse zu erzielen. Den "Aus"-Knopf suche ich immer noch, der wäre ein Segen (wohl nicht nur für mich :-)).

Das Buch, liebe Kim, scheint nicht meins zu sein. Ich komme nicht rein, nicht weiter. Mich stört der Handlungs"zwang", das Schreiben. Meine Erwartung war vielleicht zu hoch, bei allen Kapiteln dachte ich nur:" Ja, das weiß ich doch schon lange, komm mal zum Punkt". Vielleicht bin ich nicht bereit, vielleicht fehlt mir auch nur die Ruhe. Vielleicht nutze ich auch die aktuelle (Spiel-)Situation und nehme es noch einmal zur Hand.

Freitag, 8. Oktober 2010

Was Schönes

Da ich scheinbar dazu neige, überwiegend meine negativen Erlebnisse/Eindrücke mit euch zu teilen, erzähle ich euch heute mal von meinem schönen Tag:

- Gestern Abend habe  ich mir mal richtig viel Zeit für mich genommen, habe endlich mal meine Fingernägel manikürt, mir 15 Minuten unter der Sonnenbank gegönnt und danach den Yoga-Kurs im Fitnessstudio besucht. Bis letzte Woche habe ich gedacht, dass Yoga nur was für Schnarchnasen ist und mehr meditativen als sportlichen Charakter hat. Mittlerweile wurde ich eines Besseren belehrt. Ich habe nach der ersten Stunde einen fetten Muskelkater gehabt und liiiiebe, die Entspannung und Schwere der Muskulatur nach der Stunde. Gestern habe ich sogar schon für ca 2 Sekunden die Krähe geschafft *stolzbin*.

- Heute früh, nachdem der kleine Mensch und der große Mann das Haus verlassen haben, ging das Beauty-Programm weiter. Statt dem üblichen, freitäglichen Hausputz, habe ich mich voll und ganz dem Ninivee-Körperputz hingegeben. Eine Dusche, Haarkur, Ganzkörperpeeling, Gesichtsmaske, Pediküre und Make Up Session später wollte ich zur Vollendung meines gigantischen Looks nur noch meine Haare glätten, bevor es um 11:30 Uhr in die Stadt zu einem spannenden Fotoshooting einer befreundeten Fotografin gehen sollte. Mit Schrecken habe ich um 11:05 Uhr beim besagten Haarglätten festgestellt, dass mein Pony im friesiertem Zustand so lang ist, dass ich nichts, aber auch gar nichts mehr sehen konnte. Also schnell alle Utensilien und Accessoires zu den diversen Schuhen in eine große Tasche geschmissen und in die Stadt gedüst. Intuitiv und sehr optimistisch (was sonst überhaupt nicht meinem Naturell entspricht) bin ich zwei Haltestellen nach der eigentlichen ausgestiegen, habe einen Friseurladen gestürmt und den erstbesten Hairdresser um Hilfe angebettelt. Das Schicksal hat´s aber auch wirklich gut mit mir gemeint, so dass ich um 11:25 Uhr mit wehenden Fahnen (und ohne einen Cent bezahlt haben zu müssen) schnurstracks zum Fotoshooting gehetzt bin.

Das Shooting selbst war mein bisher ausgeflipptetes und wurde in einem stillgelegten Schwimmbad fotografiert. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe selten "bei der Arbeit" so viel gelacht. Außer mir war noch ein wunderschönes, blutjunges, schwarzes Model mit einer wahnsinns Figur am Set, durch das ich mich erst schrecklich eingeschüchtert gefühlt habe. Aber so verklemmt ich anfangs war, weil ich mich zu alt und zu kräftig gefühlt habe, so locker war ich später und konnte mich zu vielen Blödeleien überreden lassen. Die Bilder werden in einem Laden in der Stadt ausgestellt und ich hoffe, dass ich selbst mit dem Ergebnis auch zufrieden sein werde.

Jetzt warte ich auf den Schatz, damit er mir beim Kochen zur Hand geht, ich bin nämlich richtig platt, wegen eines riesen Stückes Apfeltorte gar nicht hungrig und möchte am liebsten ganz schnell auf´s Sofa.

Montag, 4. Oktober 2010