Montag, 9. August 2010

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..sind wir aus dem Urlaub.

Es war wunderschön und 2 Wochen waren genau richtig lang. Wetter, Land und Leute waren toll und wir werden ganz bestimmt wieder hinfliegen. Der Muckel hat sehr viel Spaß gehabt und ziemlich schnell Anschluss zu anderen Kindern gefunden (so ein Nintendo kann durchaus ein Sozialisierungsinstrument sein :-)) und wir haben wirklich gaaaaanz viel gefaulenzt, gelesen und gut gegessen. Wie wichtig die Auszeit/ Familienzeit war, wusste ich schon vorher, aber 14 Tage in einem Zimmer haben mich enorm in meinem Bauchgefühl bestätigt und mich ermutigt, meinen Plan was Arbeits- und Familienzeit anbelangt, in die Tat umzusetzen.

Schon vor dem Urlaub haben der Schatz und ich darüber gesprochen und jetzt ist es Zeit, das Ganze auch anzupacken. Wir haben gemerkt, dass es uns momentan im Alltag echt an Struktur fehlt, dass Aufgaben (Haushalt, Papierkram, Erledigungen, Termine etc.) nicht klar und gerecht verteilt sind. Der Schatz sieht sich quasi als Familienernährer, hat aber bisher nicht die "volle" Verantwortung dafür getragen, war anderseits aber nicht bereit berufliche Abstriche für die Familie zu machen. Ich war zwar "nur" 25-30 Stunden die Woche arbeiten, habe die Verantwortung für Haushalt, alle Belange des Muckels, den Papierkram, aber auch die Sorgen finanzieller Natur auf meine Schultern gepackt. Da ich mir die Arbeitsstunden selbst einteilen kann, habe ich eigentlich immer noch etwas über meine eigentliche Kapazität geackert, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte und meinte, mehr verdienen zu müssen.

Im Prinzip hänge ich, wenn man rein vom Verantwortungsgefühl ausgeht, in beiden Rollen fest. Der, der Hausfrau und Mutter, die einen hohen Anspruch an Qualitätszeit, Ernährung, Erziehung und Lebensqualität hat und der, des Familienernährers, der schuftet und sich verantwortlich für die finanzielle Sicherheit, den Lebensstandard und das Auskommen macht. Auf Dauer sehr unbefriedigent und kräftezehrend, vor allem, wenn man unbewusst versucht, den Partner, der seine Rolle ganz klar lebt, auch einen Teil der familiären Belange auf´s Auge zu drücken, aber bitte auch mit dem Anspruch, den man selbst auch an sich hat. Das führt zu Frust, zu einer Erwartungshaltung, die nie erfüllt werden kann und zu maßloser Erschöpfung.

Wir werden ab sofort wieder eine klassischere Rollenverteilung leben. Dieser ganze (Emanzipations-)druck, der Frauen nötigt, voll zu arbeiten, den Haushalt zu führen, die Kinder zu glücklichen, kompetenten Menschen zu erziehen, eine tolle Geliebte zu sein und gleichzeitig noch Freiz/h/eit zu genießen, auszugehen, Freundschaften zu pflegen, ist wie ein riesiger Rammbock im Rücken der Frau, die von einer Verantwortung in die nächste hetzt und sich inkompetent fühlt, wenn sie abends fertig mit den Nerven ist und merkt, dass sie viel gereizter und unausgeglichener ist als es sich für eine gute Mutter und Lebendgefährtin gehört. Versteht mich nicht falsch - Emanzipation ist toll, sie funktioniert aber nur, wenn sie von beiden Geschlechtern gelebt wird.

Ich würde behaupten, dass ich einen wirklich tollen, verständnisvollen und extrem bemühten Partner an meiner Seite haben, aber eben auch einen Mann, der trotz allem das klassiche Rollenbild des arbeitenden Familienvaters erfüllt. Der sicher sagen würde, dass er im Haushalt hilft und sich gut um seinen Sohn kümmert (was auch stimmt!), aber der zu allem angeleitet/gebeten werden muss, weil es nicht in seinen alltäglichen Tagesablauf gehört (bis auf Müll raustragen und Abwasch). Ich weiß, dass das durchaus auch meine Schuld ist, weil ich den Rest erledige. Und ja, ich gehöre auch zeitweise zu dieser schrecklichen Art von Frauen, die zwar alles schnell wegschaffen, nichts unerledigt lassen und sich dann im Nachhinein darüber mokieren, dass sie alles allein erledigen müssen und so viel zu tun haben. Aber das hört jetzt auf!

Ab heute wird alles anders. Mein Schatz ist jetzt verantwortlich für´s Kohle ranschaffen. Ich halte ihm dafür den Rücken frei, werde ihn bei Antritt des neuen Jobs so gut unterstützen wie ich nur kann. Ich werde maximal 25 Stunden in der Woche arbeiten und damit meinen Teil zum Einkommen beitragen, alles was darüber hinaus fehlt, soll nicht mehr meine Sorge sein. Denn ich habe andere "Sorgen", die sich außer mir niemand macht. Darüber hinaus werden wir wieder feste Paarzeit vereinbaren. Computer- und fernsehfreie Abende einführen, damit wir auch in dieser Hinsicht nicht mehr zu kurz kommen. Wir führen wieder ein Haushaltsbuch und ich werde für mich wieder Wochenpläne mit To Do´s, Essensplänen und evt. Putzplänen schreiben, damit ich mich besser koordinieren kann.

Klingt ziemlich viel, oder? Ist es auch. Aber wir haben es die letzten Wochen/ Monate aufgrund der untragbaren Arbeitssituation des Schatzes und meiner Rotation zwischen 3 Jobs und allem anderen, zu lange vor uns hergeschoben. Tschakka! Jetzt geht´s los!

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