Dienstag, 27. April 2010

Rückenwind

Langsam pendelt sich alles ein. Die zweite Hälfte der letzten Woche war zwar sehr anstrengend, aber gar nicht so schlimm wie erwartet. Das Wochenende war sogar trotz der Verbindlichkeiten richtig schön. Der Schatz hat die Gartenmöbel neu lasiert und der Muckel hat an beiden Tagen viel Spielbesuch gehabt. Samstagnachmittag saß ich bestimmt 2 Stunden draußen und habe mich von der Sonne anstrahlen lassen und Sonntag haben wir nach der Arbeit mit unseren Lieblingsnachbarn gegrillt. Und ich kann wieder lesen. Wochenlang hat mir die nötige Ruhe gefehlt, mich auf eine Geschichte einzulassen.

Gestern morgen habe ich mich dennoch ziemlich gerädert gefühlt, deshalb freue ich mich wahnsinnig auf dieses freie Wochenende. Und damit die Woche gleich gut startet, hat gestern die Festplatte meines wunderschönen, weißen Äpfelchens (sorry Tina, das heißt hier so :-)) das Zeitliche gesegnet. Zum Glück reparabel (bzw. zu ersetzen) - ich habe zuerst mit dem Schlimmsten gerechnet.

Heute Vormittag habe ich frei, bzw. Zeit, etwas Haushalt zu erledigen, einen Großeinkauf zu machen und Tieftauchen zu üben. Auch im Langstreckenschwimmen sollte ich mich noch etwas verbessern. Der Schwimmkurs macht mir immer noch keinen großen Spaß, aber langsam bin ich wenigstens nicht mehr so ängstlich und erziele ganz gute Fortschritte. Das Lauftraining fällt mir glücklicherweise wesentlich leichter, auch wenn es gerade durch die ganze Arbeit viel zu kurz kommt. Ich hoffe aber sehr, dass sich das ab nächster Woche ändert, wenn ich endlich (so Gott will) feste Schichten bei der Arbeit habe und alles andere dementsprechend besser planen kann.

Alles in allem läuft also einigermaßen gut und die Bilanz nach einem Monat Selbstständigkeit ist überwiegend positiv. Wenn ich arbeite, dann arbeite ich und wenn ich frei habe, habe ich frei. Das schätze ich überaus, auch wenn die Arbeit nun um ein Vielfaches anstrengender ist als vorher. Das Gefühl verdient frei zu haben, macht alles wieder wett! Das hatte ich vorher nie, weil ich mich immer verpflichtet gefühlt habe, hier noch mal Mails zu schauen und da noch gerade ein Telefonat zu führen und selbst wenn ich es nicht tat, so hatte ich doch zumindest ein schlechtes Gewissen.

Die emotionale Distanz zum Verlag tut mir sehr gut und die Arbeit, die ich dafür erledige, mache ich wieder gerne. Aber heute, heute lasse ich es einfach sein.

Dienstag, 20. April 2010

Dienstagsjammer

Und es wird nicht besser. Leute, ich könnte einfach so umfallen und in einen komatösen Schlaf fallen. Ich kann nicht mehr - und die Woche ist noch sooo lang.

Gestern hatte ich morgens ein Lauftraining (endlich mal das Ziel in der vorgegebenen Zeit erreicht), ein wenig Verlagsarbeit vom heimischen Schreibtisch, die erste Schicht im mittlerweile 4. neuen Job und abends Elternabend in der Nachmittagsbetreuung der Muckel-Schule. Heute schiebe ich eine laaange Schicht beim Premiumautohaus, morgen gibt´s das Wochenmeeting im Verlag und abends den ätzenden Rettungsschwimmkurs, Donnerstag Autohaus, Freitag frei (ähm, vom Wochenendputz, Einkauf und Wäsche waschen abgesehen), Samstag ganztätig Theorie vom DLRG und Sonntag ab mittags eine Schicht im Frauenfitnessstudio.

Das wäre alles halb so wild, wenn nicht die letzte Woche schon so hart und die kommende noch härter wären :-(. Ich bin wirklich unglaublich froh, wenn der April vorbei ist. Für Mai lasse ich mich nicht so sehr einspannen.

Ich vermisse meinen Muckel, den ich momentan wirklich viel zu wenig sehe. Ich vermisse gescheit einzukaufen und gut zu kochen, ich vermisse meinen freien Vormittag mit Zeit für Erledigungen oder Sport und finde es total ätzend, dass ich so am Stock gehe.

Alles bäh. Kann mal bitte jemand die Zeit um mindestens eine Woche vorspulen?

Freitag, 16. April 2010

Müde, müde, müde

...bin ich heute. Unglaublich, unfassbar müde, schon seit dem aufwachen. Die Woche war sehr hart. Viele neue Eindrücke, viele Dinge zum ersten Mal gemacht, viele Schweinehunde überwunden, viele Schluchten übersprungen. Eigentlich bin ich stolz auf mich, weil ich schon Sonntag dachte, dass ich das unmöglich alles souverän hinter mich bringen kann. Und ein Steinchen liegt hier noch vor mir, dass 6 Stunden lang den Berg hochgerollt werden muss, um im Anschluss wieder hinunterzurollen. Das ist Leben.

Wir hatten diese Woche dann: 2 Schichten beim Premiumautohaus, 1 Schwimmkurs mit dem ersten Kopfsprung und Streckentauchen seit gefühlten 100 Jahren (was mich wirklich sehr, sehr viel Überwindung gekostet hat), zwei ernüchternde Lauftrainings, ein Vorstellungsgespräch mit anschließendem Probearbeiten in einem völlig neuen Bereich, 1 Kindercasting, 1 Mal Wohnung putzen und mehrfaches aufräumen, 6 gewaschene Maschinen Wäsche, 2 große Einkäufe, ein Stadtbesuch zwecks Geschenkfindung, 1 Fahrservice zur Augenklinik wegen der Mutter, einen gebrochenen Zeh bei der Mutter (man könnte meinen die Frau ist 70 statt 50) und viiiel Arbeit zwischendurch für den Verlag. Zubereitete Mahlzeiten, geführte Telefonate mit div. Geschäftspartnern und e-mails werden nicht mitgezählt.

Heute, um 18 Uhr nach der Arbeit, steht dann noch der Wochenendeinkauf und anschließendes Geburtstagskuchen backen an. Und danach packe ich noch Geschenke ein. Und danach werde ich duschen gehen. Und danach falle ich auf mein Sofa oder wahlweise das Bett. Und danach können mich alle mal. Und danach werde ich schlafen, schlafen, schlafen...

Mittwoch, 7. April 2010

Mies...

... fühle ich mich heute. Eigentlich schon seit gestern Abend. Vielleicht ist es nur "PMS" oder ein kleiner Anfall von akuter Orientierungslosigkeit, was meine berufliche Zukunft angeht. Ich hab ehrlich Schiss, wie das alles weitergeht und ob ich das richtige mache. Will ich das wirklich? Das, was ich jetzt aktuell mache, ist nur eine Übergangslösung - soviel ist klar. Keine Perspektive zur Weiterentwicklung und eine reine Verdienstmöglichkeit, die Flexibilität bietet, aber auch sehr anstrengend ist.

Viel mehr wurmt mich, der Plan, den ich mir für das nächste Jahr ab Herbst in den Kopf gesetzt habe. Schaffe ich das wirklich? Will ich das wirklich? Ist das vielleicht nur ein Hirngespinst und ich werde nicht glücklich damit, fühle mich doch nicht berufen? Es klingt so verlockend, beständig, sicher, wenn ich den Weg erstmal gegangen bin.

Ich bin beruflich entwurzelt, falsch- ich hatte nie Wurzeln. Nichts konnte wachsen, da die zarten Kindheitsträume, für die ich alles gegeben hätte, von "behütenden" Eltern im Keim erstickt wurden. Aus mir sollte etwas Anständiges werden. Aus mir ist etwas geworden. Jemand. Jemand der sich in jeder Situation zurecht findet und immer auf den Füßen landet. Jemand der so vielseitig ist, dass er beinahe alles ein bisschen kann, aber nichts ganz richtig. Ich sehne mich nach dem einen Job, nach der Gewissheit, dass das nun das richtige für mich ist, dass es sich lohnt, dafür zu arbeiten. Das ganze, letzte halbe Jahr habe ich gegrübelt und habe eine Tendenz gespürt. Habe mich beraten lassen und es für relativ richtig empfunden, so richtig ich eben empfinden kann. Und gestern Abend war ich an dem Punkt, wo ich das erste Mal etwas dafür tun musste und mich haben Zweifel überrollt. Ich hatte Angst, habe geweint und gezweifelt. Aber ich habe es getan, ich habe mich angemeldet.

Es ist nur ein kleiner Schritt gewesen. Ich hoffe, es war die richtige Richtung...

Donnerstag, 1. April 2010

First day of the rest of my life

Heute ist der erste Tag beim Premiumautohaus und gedrückte Daumen nehme ich gerne entgegen. Bin ein bisschen nervös.

Generell muss ich sagen, dass ich die letzten Tagen enorm viele Anfragen diverser Agenturen bekomme, die mich für verschiedene Messen und Aktionen buchen wollen. Im Anbetracht meines "fortgeschrittenen" Alters dürfte ich mich eigentlich sehr geschmeichelt fühlen. In der Tat bin ich mittelmäßig erleichtert, dass sich bis jetzt alles so problemlos fügt. Trotzdem bin ich sehr froh, wenn der heutige Arbeitstag rum ist. Für den morgigen Feiertag hab ich noch nichts im Haus, Samstag Vormittag arbeite ich im Fitnessstudio und dann habe ich endlich ein paar Tage mit dem Muckel richtig frei. Die letzten Tage waren zwar auch schon Osterferien, aber ich musste soviel für den Verlag arbeiten und auch einen ganzen Tag ins Büro fahren, dass sich das so gar nicht wie Urlaub angefühlt hat. Heute Abend um 18 Uhr ist dann aber alles gut.