Freitag, 30. Oktober 2009

Stille

Die Stille herrscht hier nur äußerlich, innerlich wütet ein Orkan.

Wüste Träume von ehemaligen Freunden quälen mich nachts und versetzen mich beinahe ein Jahrzehnt in die Vergangenheit zurück. So realistisch in Worten, Mimik und Geruch, dass ich aufwache und nicht fassen kann, da zu sein, wo ich jetzt bin. Wie eigenartig anders das Leben hätte verlaufen können, wenn man sich an der ein- oder anderen Wegbiegung anders entschieden hätte.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Muckelmund

Aktuelle Begebenheit im Hause Ninivee:

Der Muckel spielt mit zwei Freunden im Kinderzimmer Palymobil. Die drei Jungs fangen an, die Spiel-Utensilien untereinander aufzuteilen. "Hast du noch mehr Menschen?", fragt der eine. "Nee, nur noch ne Frau." höre ich den Muckel antworten.

Na prima.

Ungeduldig

..warte ich diese Woche jeden Morgen auf den Postboten, weil ich sehnsüchtig Näh-Utensilien erwarte und ich doch gerade durch die Herbstferien sogar ein bisschen Zeit zum nähen hätte. Der Kerl kommt zwar auch jeden Tag pünktlich, hat aber immer nur so spannende Dinge wie Steuerbescheide, Rechnungen und Werbung im Gepäck *seufz*.

Und dabei habe ich doch nur noch heute und morgen Zeit, weil der Freitag schon völlig verplant ist und bei meinem Glück ist gerade am Freitag der heiß ersehnte Umschlag in der Post und dabei ist es doch schon am 15. zur Post gebracht worden.

Geduld ist nicht gerade meine Stärke *schmoll*...

Sonntag, 18. Oktober 2009

Rudelgucken



...eben beim Stöbern in alten Fotos entdeckt.

Freitag, 16. Oktober 2009

Ausbildung versus Familienzeit

Ich kämpfe gerade einen heftigen inneren Kampf, an dem zwei Schweinehunde ganz maßgeblich beteiligt sind.

Der eine Hund fordert vehement nach einer beruflichen Veränderung, fühlt sich geistig nicht ganz ausgelastet und kann es mit seinem Ego überhaupt nicht vereinbaren, keinen Abschluss auf dem Papier zu haben.

Der andere Hund will seine hart erkämpfte Freiheit zu Gunsten der Familie und seine Selbstbestimmung nicht hergeben und findet doch alles ganz prima, so wie es ist. Er ist der festen Überzeugung, dass die berufliche Belastung vollkommen ausreicht und möchte nichts von seiner Energie, die so dem Kind und der Familie zu Gute kommt, abgeben.

Ich liebe meinen Job, ich mache etwas wunderschönes. Etwas, worüber jeder staunt und mich beglückwünscht, weil es relativ außergewöhnlich ist. Ich mache meinen Job gut, ohne dass ich mich im Regelfall überarbeiten muss. Ich mache meinen Job größtenteils von zu Hause aus und dann, wenn ich ihn machen möchte. Ich bin mein eigener Chef, betreue meine eigenen Projekte und bin niemandem Rechenschaft schuldig. Ich kann die Projekte selbst auswählen, die Themen bestimmen und Produkte in die Welt rufen, die genau so sind, wie ich sie haben möchte. Ich kann aufklären, unterhalten und manchmal sogar unterrichten.

Das klingt traumhaft, nicht?

Ich muss dafür aber häufig Kreativität auf Knopfdruck bringen. Und ich bin eigentlich kein allzu kreativer Mensch. Ich arbeite viel mit Künstlern zusammen und muss den Ton angeben, aber ich behaupte mich nicht gerne anderen gegenüber und Kritk an künstlerischer Leistung fällt mir zudem besonders schwer. Ich werde echt scheiße bezahlt und das nicht, weil irgendwer meine Arbeit nicht zu schätzen weiß, sondern weil die Firma noch in Kinderschuhen steckt und wir noch nicht genug Rückfluss haben. Keiner weiß, wann sich das ändern wird oder ob es je goldene Zeiten geben wird.

Ich habe keinen vernünftigen Abschluss außer meinem Abitur, war schon zum Zeitpunkt der Prüfungen schwanger und habe meinen kompletten beruflichen Werdegang mit Kind bestritten. Ich habe 4 Semester Jura studiert als der Muckel noch winzig war, der Mann noch in der Ausbildung steckte. Ich habe das Studium drangegeben, weil ich es nicht gepackt habe, ohne Zeit zum lernen, ohne Kohle, ohne Bafög. Mir war das zu viel. Mir hat mein Baby gefehlt.

Dann hab ich gejobbt. Habe ein Gewerbe angemeldet und habe Promos gemacht. Habe mir als Messehostess die Beine in den Bauch gestanden, aber die Agenturen und Kunden mit meiner Zuverlässigkeit und meiner kompetenten Art begeistert. Ich habe das Geld und den geringen Zeitaufwand genossen. Es war traumhaft, nur eine Woche im Monat arbeiten zu müssen und die restliche Zeit mit dem Krümel zu haben. Ich wollte mehr. Ich habe mich bei etlichen Agenturen beworben und Model-Jobs an Land gezogen, bin über große Laufstege gelaufen und hatte tausende von Augenpaaren auf mich geheftet. Mein Gesicht hing in Plakatgröße beim Düsseldorfer Star-Friseur auf der Kö´. Das war eine fantastische Zeit. Aber in meinem Kopf spukte ständig ein einziger Gedanke: "Was kommt danach? Was passiert, wenn ich nicht mehr jung genug, schön genug, dünn genug bin?"

Ich brauchte eine Veränderung. Ich wollte nochmal studieren, aber zuerst sollte ein Praktikum helfen, einen Berufswunsch zu formen, zu bestätigen. Ich wollte nicht schon wieder in der Uni an der Desillusionierung meiner rosa Zuckerwatte Träume eines Berufsbilds scheitern. Ich habe mich also bewerben wollen, worauf genau- das wusste ich nicht. Durch großes Glück oder einen schlichten Zufall, bin ich in dem Bereich gelandet, in dem ich jetzt arbeite. Immer noch ohne Abschluss, ohne Qualifikation auf dem Papier. Ich bin dort seit 3 Jahren und vieles hat sich in dieser Zeit verändert. Die Mühlen des geordneten (erst 10-18 Uhr, später 9-15 Uhr plus Heimarbeit) Arbeitsalltags mahlten schwer. Es fiel mir nicht leicht, dort auch mal meine Zeit "abzusitzen", wenn nicht viel zu tun war. So habe ich mir stückchenweise mit viel Geduld und Rückschlägen die Heimarbeit erkämpft.Und ich genieße sie sehr.

Eigentlich ist also alles in bester Ordnung und eigentlich habe ich auch alles was ich mir wünsche. Aber da sitz er nun wieder, der kleine Teufel in Form eines Schweinehundes, der bohrt und meine Gemütslage mal in die eine- und mal in die andere Richtung zerrt. Der höhnisch sagt, dass man nie wissen kann, wie lange etwas gut geht, wie lange man sich mit einer Situation wohl fühlt, wie lange man davon auch leben kann. Der einen Abschluss fordert, weil das eben so gehört, weil ich ein Mensch bin der studiert haben sollte, weil man das von mir erwartet. Weil ich das von mir erwarte. Weil man immer eine Wahl haben sollte. Weil man nie genug wissen kann. Weil man nie auslernt. Weil Bequemlichkeit Stillstand bedeutet. Weil....etc,pp.

Aber kann ich das schaffen? Schaffe ich ein Studium, meine Arbeit und mein Familienleben? Werde ich dann wieder die überforderte Frau, deren Nerven blank liegen, die keine Zeit mehr zum basteln und spielen hat? Und will ich das wirklich? Oder ist das einfach wieder einer dieser dummen Mechanismen, die so prima funktionieren - dass es nicht ok ist, Zeit "über" zu haben und die für schöne Dinge zu benutzen, dass man etwas erreicht haben muss, um "jemand" zu sein?

Ich geh dann mal ne Runde grübeln...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Geschafftes

Der Katalog ist übrigens pünktlich fertig geworden und sieht einfach nur wunderschön aus. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt und ich bin wirklich stolz auf das Endprodukt. Das Feedback gestern auf der Messe war auch durchweg positiv/ begeistert.

Heute hatte ich frei und weil ich so gar keine Lust zum aufräumen, putzen und arbeiten hatte, habe ich meiner neuen Leidenschaft gefröhnt und dass hier ist dabei rausgekommen:


Ein kleines Täschchen aus afrikanischem Stoff, mit Leinen gefüttert. Sicher ist so ziemlich alles noch verbesserungswürdig, aber ein bisschen stolz bin ich trotzdem.

Freitag, 9. Oktober 2009

Ein Date

Hab ich gleich mit meinem Schatz.

Der Muckel ist mit Schiffen, Booten, Badekreide und Taucherbrille zur Oma verfrachtet worden (quasi Kinder-Wellness) und Mr. Ninivee und ich gehen gleich endlich "Verblendung" im Kino schauen. Ich freue mich schon ganz wahnsinnig.

Einen schönen Einstieg ins Wochenende allerseits!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Wie 7 Tage Regenwetter

...so schau ich aus. Schlecht gelaunt, dauermüde, blass und bockig.

Ich will Wochenende haben.

Ich will faulenzen, essen, kuscheln, lesen, ins Kino gehen, das Paket mit den neuen Stiefeln (ja, ich hab´s schon wieder getan *schäm*) und die bei ebay ersteigerte Jeans erhalten. Ich will basteln und spielen, albern und schlafen, spazierengehen, tanzen, Tee trinken und Kuchen essen. Viel Kuchen. Und Schokolade auch.

Ich will nicht arbeiten, putzen, kochen, aufräumen, streiten, zur Elternsprechersitzung, Wäsche waschen, den Mann überreden etwas mit mir zu unternehmen, den ganzen Sonntag alleine sein, mich langweilen, über die Arbeit grübeln und vom ganzen Essen und Kuchen zunehmen.

Ich weiß gar nicht, warum ich so megadoof gelaunt bin, weil beinahe alles von der "Ich will..."-Liste sogar zu realisieren und auch manches von der "Ich will nicht..."-Liste zu vermeiden ist. Aber sogar die schönen Dinge sind mir zu anstrengend *seufz*.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Weltschmerz

Trifft mich oft ganz unvermittelt aber dafür mit voller Wucht und meist an den Tagen, an denen ich mit öffentlichen Verkerhrsmitteln unterwegs bin.

Wie traurig und resigniert so viele Menschen wirken. Wie vielen man begegnet, die einsam wirken oder sogar so als bräuchten sie Hilfe, ein offenes Ohr oder eine helfende Hand.

Die alte Dame, die kaum vorwärts kommt, weil ihr Rücken so krumm ist, dass sie ständig stehen bleiben muss, um nach dem Weg zu schauen. Der Obdachlose, der morgens um 9 Uhr im strömenden Regen sitzen bleibt, anstatt sich wenigstens unter das nächste Dach zu stellen und am Nachmittag noch genau an der gleichen Stelle hockt, wenn man von der Arbeit zurück kommt. Die junge Mutter in der Bahn, die so erschöpft und hilflos wirkt, weil das Baby weint und weint und weint, während sie in ihren Taschen kramt und locker zwei Hände mehr gebrauchen könnte. Jeder für sich wurschtelt sich irgendwie durch sein Leben, an allen anderen vorbei oder auch einfach nebenher und viele bleiben dabei einsam und manchmal hilflos. Dabei ist helfen doch manchmal so leicht.

Aber wie schwer ist es, diese innere Hürde zu überwinden und auf einen Fremden zuzugehen? Hilfe anzubieten. Die Sorge, ob der Obdachlose das vielleicht einfach nur megakacke findet oder sich sogar verhöhnt fühlt, wenn man ihm den eigenen Regenschirm anbietet, weil ein nicht vorhandener Regenschirm wohl echt sein kleinstes Problem ist. Ob die alte Dame sich vielleicht wie ein kleines Kind behandelt fühlt, weil sie findet, dass sie ganz prima alleine klarkommt, wenn man sie fragt, wo sie denn hin muss und ob man sie ein Stück des Weges begleiten soll? Oder ob die junge Mutter das vielleicht sogar anmaßend findet, wenn man sie fragt, ob man das weinende Kind kurz halten soll, weil sie schließlich auch sonst keinen Babyhalter hat und trotzdem zurecht kommt?

Warum ist es so selbstverständlich wegzusehen? Warum fühlt es sich so komisch an, wenn man versucht, es nicht zu tun? Erziehungssache? Die Akzeptanz der "schlechten Welt" in der es keine Tat ohne Eigennutz mehr gibt? Was ist es, dass die Menschen weg vom "wir" und hin zum "ich" treibt -sowohl die einen als auch die anderen- und das sogar wenn das "ich" für manche dann allein bedeutet. Warum fällt oft das Geben, aber auch das Annehmen so schwer? Ich schließe mich da keinesfalls aus.


Es mag sein, dass alles gar nicht sooo schlimm ist, wie es scheint. Es mag sein, dass viele von diesen Menschen auch in ein schönes Zuhause mit lieben Menschen kommen. Vielleicht sehe ich morgens in der Bahn genauso traurig aus? Vielleicht interpretiere ich vollkommen fehl.

Das sind trotzdem so die Tage, an denen ich einfach weinen möchte. An denn ich aber auch unglaublich dankbar bin. Dankbar für meine Familie. Danbar dafür, geliebt zu werden. Dankbar dafür, niemals mit meinen Sorgen und Nöten alleine zu sein.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Identitätskrise

Ich habe "mein richtiges Ich" in der Bloggerwelt leider noch nicht gefunden, deshalb änder ich auch ständig Layout und Farben. Ich hoffe, es geht nicht zu sehr auf die Augen :-).

Samstag, 3. Oktober 2009

Bäääääääääääh

Die allerekligste Wette aller Zeiten: Den Fußschweiß aus barfuß getragenen Gummistiefeln den dazugehörigen Damen zuordnen können.

Des Einen Freud ist des Anderen Brechmittel...

Freitag, 2. Oktober 2009

Verliebt

... habe ich mich gestern.

Die hier muss ich unbedingt haben:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0028QHA9I/ref=ord_cart_shr?_encoding=UTF8&m=A3JWKAKR8XB7XF

Doof ist allein der Preis, auch wenn sie es sicher wert sind. Doof ist auch, dass ich erst vor zwei Wochen schon Stiefel für 140,- gekauft habe und deshalb recht arm an Argumenten dem Mann gegenüber stehe, der natürlich fragt, warum zur Hölle ich schon wieder Schuhe brauche. Doof ist auch, dass ich sie wirklich nicht brauche und das auch ganz sicher keine Alltags-, Spielplatz-, Spaziergehschuhe sind.

Aber sie sind schön. Soooo schön. Und sie passen wie angegossen. Wie für mich gemacht *seufz*. Ach, das Leben ist schon manchmal hart...