Montag, 14. September 2009

Cadillac, Kirmes und Angriff der Killer-Wespe

Ich habe wieder festgestellt, dass ich schreibfauler werde je zufriedener ich bin ;-). Das soll euer Nachteil nicht sein, deshalb hier ein Bericht über unser turbulentes Wochenende.

Die Arbeit nimmt ein kaum zu bewältigendes Ausmaß an, was ganz maßgeblich daran liegt, dass die Frankfurter Buchmesse spürbar knapp vor der Tür steht und der Mammut-Katalog nicht einmal ansatzweise schon als solcher bezeichnet werden kann. Nun war das konzipieren und anlegen der Seiten meine Tagesaufgabe für Freitag, die es zu erfüllen galt. Ein "schaff ich nicht" oder "das ist utopisch für einen Tag" hätte ich nicht geduldet- ich bin ein strenger Chef ,-).

Das allein wäre ja auch prima zu schaffen gewesen. Viel problematischer waren die zusätzlichen Dinge, die ich (in mal wieder gnadenloser Selbstüberschätzung) geplant habe.

So hatte ich z.B. für 14 Uhr meine damals beste Grundschulfreundin zum Kaffee eingeladen, die ich seit der 4. Klasse nicht mehr gesehen habe. Logischerweise kann man jemanden, den man quasi nicht mehr "kennt" nicht in dem üblichen kreativen Chaos empfangen, so dass zumindest ein oberflächlicher Wohnungsputz vor 14 Uhr unerlässlich war. Ok, ist machbar. Irgendwie. Da war dann nur noch das klitzekleine Problem mit dem Kuchen, der für das erste Klassentreffen des Muckels um 16:30 Uhr gebacken werden musste. So ein Kuchen backt sich ja aber fast von alleine! Fast.

Das Ende vom Lied war, dass ich so am rotieren war, wie wahrscheinlich niemals zuvor. Aber ich hatte um 13:55 Uhr ein Katalog-Konzept, einen Seitenspiegel, eine halbwegs saubere Wohnung, einen gelungen Marmorkuchen und zum Glück auch keinen Schlafi mehr an.

Das Kaffee trinken war schön, aber auch ein wenig befremdlich, da die Konstellation einerseits so vertraut, anderseits schmerzlich entfremdet war.

Im Anschluss waren wir inkl. Papa bei dem Klassentreffen (was relaitv unspannend war) und haben uns danach Essen vom Chinesen gegönnt. Ich glaube, ich wäre auch kaum mehr in der Lage gewesen zu kochen.

Am Samstag waren wir dann auf Deutschlands größter 5-Tages-Kirmes, in deren Mitte ich sozusagen "aufgewachsen" bin. Noch heute werde ich wehmütig, wenn ich an dem alten Haus vorbei gehe. Der Muckel hat viel Spaß gehabt, obwohl das Karussell fahren definitv nebensächlich war. Die größte Freude haben ihm Dosen werfen, Luftballon werfen und Enten angeln bereitet. Und so sind wir satt und glücklich und erstaunlicherweise auch trocken heimgekehrt. Am Abend musste der weltbeste Papa leider noch arbeiten und so habe ich einen DVD-Abend mit mir ganz alleine gemacht.

Ich habe mir "Cadillac Records" mit Adrian Brody und Beyoncé Knowles angeschaut und kann den Film nur wärmstens empfehlen. Er handelt von der Entstehung des Musik-Labels Chess Records, das Größen wie Muddy Waters oder Etta James entdeckt und promoted hat, alles noch zu Zeiten der Rassentrennung. Wer "Ray" gesehen hat und mochte, dem wird dieser Film sicher auch gefallen. Nicht zu verachten ist die großartige Musik.

Sonntag war ich wieder mal tapfer beim Sport, auch wenn ich mich dieses Mal ehrlich dazu nötigen musste. Der Herbst und die Winterträgheit sitzt mir schon in den Knochen. Ich liebe diese Jahreszeit, aber was das angeht, ist sie für mich sehr zum Nachteil. Noch einmal mehr danke ich (wem auch immer) dafür, dass ich Zuhause arbeiten darf und nicht jeden Morgen in dieses fiese Grau und die Kälte muss. Ich bin ein Morgenmuffel, ein waschechter. Ich hasse es aufzustehen. Wenn ich einmal wach bin, dann geht es aber.

Nach dem Sport sind wir mit der weltbesten Oma noch einmal zur weltbesten Kirmes gepilgert und haben die Anwesenheit des dritten Erwachsenen ausgenutzt um selber Karussell zu fahren. Ich liebe das! Das war wirklich ein schöner Nachmittag. Der Muckel war glücklich, weil die Oma keinen Wunsch abschlagen konnte, die Oma war glücklich, weil sie schon soooo lange nicht mehr auf der Kirmes war und wir waren glücklich weil jeder auf seine Kosten gekommen ist. Einfach herrlich.

Getrübt hat unser wohliges Glück zu Hause aber ein für den Muckel wohl traumatisches Erlebnis. Kaum die Türe reingekommen klagt er über ein Kribbeln auf dem Rücken und als wir den Pullover hochgezogen haben um zu sehen was dort ist, hat sich doch tatsächlich eine Wespe in seine Kleidung verirrt. Der arme Kerl hat geschrieen und getobt, war beinahe außer sich. Einen Stich hat er abbekommen. Einen nur, zum Glück. Dennoch war auch dieser schlimm und hat ihm wehgetan. Schlimmer als der Schmerz war aber die Angst. Er hat sich nicht mal mehr alleine zur Toilette getraut vor lauter Angst vor einem erneuten Angriff. Der arme kleine Kerl!

Heute sieht die Welt zum Glück schon wieder besser aus. Der Stich schmerzt nicht mehr und auch die Angst ist abgeschwollen.

So, das war die Geschichte von Cadillacs, Kirmes und der Killer-Wespe.

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